Die Führernadel genannten, beeindruckenden Felsformationen im Kaiserbachtal bei Kirchdorf/Tirol

Heute gehts mit GernotsReisen hoch hinaus – nämlich zur Gipfelbesteigung eines der Gipfel im Kaisergebirge mit einer Höhe von 2.190 Metern. Klingt vielleicht aufs erste nicht so beeindruckend, aber der Aufstieg hat es mit 1.200 Höhenmetern durchaus in sich.

Start unserer Tour, welche wir mit den Kitzbüheler Bergführern , der Vereinigung der Bergführer im Bezirk Kitzbühel durchführten, war am Ende des Kaiserbachtals beim Parkplatz Griesneralm. Die Zufahrt erfolgt dabei über die ca. 5 km lange Mautstrasse ins Kaiserbachtal (unter diesem Link findest Du gleich alle Infos sowie auch weitere Tourenvorschläge ).

Perfektes Sommerwetter – angenehme Temperatur

Start war knapp nach 7 Uhr, vorbei an der nach einem Totalbrand im Neubau befindlichen Griesneralm durch zuerst schattige Wälder, dann frei über Almen bis hinaus zum Stripsenjoch, linkerhand schon immer die beeindruckenden Felswände im Visier. Am Stripsenjoch angekommen, kamen wir zur Einteilung der Seilschaften, da wir diesmal mit 18 Teilnehmern sowie 9 Bergführern unterwegs waren. Rasch gings aber weiter, zuerst durch Latschen, dann immer steiler, schon mit Blickrichtung unseres heutigen Ziels, dem Totenkirchl. Für die Tour ist jedenfalls Trittsicherheit sowie sportliche Konstitution Voraussetzung. Mit Bergführern kann die Tour auch von alpin noch weniger erfahrenen Personen bewältigt werden, von einer Begehung dieses, wie auch anderer Gipfel ohne Bergführer ist jedoch strikt abzuraten.

Kaiser Hoch6

So nennt sich ein Angebot, welches der regionale Tourismusverband gemeinsam mit den Kitzbüheler Bergführern entwickelt hat. Dies ermöglicht auch weniger erfahrenen Alpinisten, stets in Begleitung eines erfahrenen Bergführers, insgesamt 6 der bekanntesten Gipfel im Kaisergebirge zu erklimmen und dabei die Welt aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Alle Infos zu Kaiser Hoch6

Neue Erfahrung

Obwohl ich doch eher von der sportlichen Sorte bin 😉 , habe ich bisher nur wenig Klettererfahrung. Ich fühle mich zwar durchaus wohl dabei, habe keine Höhenangst, aber der (sinnvolle) Respekt ist durchaus vorhanden. Nach dem Stripsenjochhaus gings also, immer steiler werdend in Richtung Felswände, wo wir dann noch Klettergurt und Helm auspackten, bevor es zur Sache ging. In gesicherter 2er Seilschaft kletterten wir, Meter um Meter entlang des Führerwegs.

Einige Kamine, steile Wände forderten uns alle durchaus am Anstieg, aber die zwischenzeitlichen Ausblicke in die umliegende Bergwelt sowie auch runter zum Stripsenjochhaus entschädigten für die Mühen. Vor allem wollten wir alle rauf, keiner wollte sich eine Blöße geben, vor allem nicht, da wir in prominenter Begleitung waren. Am heutigen Tag hatten wir nämlich Gerlinde Kaltenbrunner mit dabei, eine der erfolgreichsten Höhenbergsteigerinnen der Welt.
Als erste Frau der Welt bestieg sie alle 14 Achttausender ohne Sauerstoff! Da war die heutige Tour sicher eine der kleineren Herausforderungen, für uns aber natürlich Ansporn und Motivation gleichzeitig…

Bildmitte: Gerlinde Kaltenbrunner, eine der erfolgreichsten Bergsteigerinnen der Welt

Hier noch ein paar weitere Impressionen, die zeigen, wie teilweise durchaus fordernd der Anstieg Richtung Totenkirchl ist:

Gipfel erreicht!

Durch die große Gruppe, und dadurch, daß wir auch von Fotografen und Kamera, für eine Dokumentation des Magazins Bergwelten, begleitet waren, dauerte der Anstieg zwar etwas länger – dennoch waren wir, nach insgesamt knapp 4 Stunden Anstieg, stolz und froh, unser Ziel, das Totenkirchl, wohlbehalten erreicht zu haben….

Stolz am Gipfel des Totenkirchls, mit Gerlinde Kaltenbrunner

Wer oben ist – muss auch wieder runter

Tja, auch wenns am Gipfel noch so schön ist, der Abstieg bleibt einem nicht erspart! Und da muss ich sagen, daß dies für mich persönlich die grössere Herausforderung war und ist. Natürlich wurden wir bestens geführt und gesichert von unserem Bergführer Tom Rabl, aber gerade das Bergab-Klettern ist herausfordernder, braucht teilweise auch mehr Mut. Egal ob rückwärts absteigend oder nach vorne gerichtet,teilweise ist einfach „viel Luft nach unten“, ein Stolperer oder kleiner Ausrutscher kann schon fatale Folgen haben.

Durch mehrere Passagen, in denen wir auch uns abseilten, wurde es einerseits zwar etwas leichter, dennoch war Konzentration, Kraft und Ausdauer gefordert.

Beim Abseilen vom Totenkirchl

Nach insgesamt 8-stündiger Tour ( wie gesagt, mit grosser Gruppe und immer wieder Foto- und Videostopp ) sind wir schließlich alle wohlbehalten, stolz und glücklich wieder beim Stripsenjochhaus gelandet. Eine sich ankündigende Regenfront zwang uns jedoch leider, statt des wohlverdienten Schnitzels, Kaiserschmarrens oder einen erfrischenden Biers rasch ins Tal abzusteigen. Die Einkehr holten wir jedoch noch bei der Fischbachalm nach.

Summa summarum jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und ich absolut empfehlen kann!

Blick von oben auf Stripsenkopf und Stripsenjochhaus